Sie kennen das: Sie runzeln die Stirn beim Konzentrieren, beim Lesen, in der Sonne — und mit der Zeit bleiben diese Falten zwischen den Augenbrauen auch in Ruhe sichtbar. Glabellafalten entstehen ganz natürlich durch Mimik, Muskelaktivität und Hautalterung. Doch wenn sie das Gesicht strenger oder müder wirken lassen, als man sich fühlt, wird die Frage nach einer Behandlung sinnvoll. In diesem Guide erkläre ich, was Glabellafalten sind, wie die Botulinumtoxin-Behandlung funktioniert und was Sie in Bezug auf realistische Erwartungen wissen sollten.
Glabellafalten sind die vertikalen Falten zwischen den Augenbrauen — im Volksmund oft als „Zornesfalten" oder „Denkfalten" bezeichnet. Sie entstehen durch die wiederholte Kontraktion zweier Muskeln: des Korrugator-Muskels (Corrugator supercilii), der die Augenbrauen nach innen zieht, und des Procerus-Muskels an der Nasenwurzel, der die Haut nach unten zieht.
Wer diese Muskeln oft und kräftig aktiviert — beim Stirnrunzeln, Kneifen der Augen oder Konzentrieren — legt im Laufe der Jahre tiefere Falten an. Anfangs verschwinden sie in Ruhe wieder, später bleiben sie dauerhaft sichtbar.
Eine Behandlung macht dann Sinn, wenn die Falten mittelschwer bis stark ausgeprägt sind und als störend empfunden werden. Nicht jede Zornesfalte muss behandelt werden — Mimik gehört zum Gesicht, und ein ausdrucksloses Ergebnis wäre das Schlechteste, was passieren kann.
Der entscheidende Faktor ist Ihr eigenes Empfinden: Wenn Sie das Gefühl haben, Ihr Gesicht wirke gestresst oder unfreundlich, ohne dass Sie sich so fühlen — dann ist das ein guter Moment, um über eine Behandlung nachzudenken. Ich berate Sie im Gespräch ehrlich dazu, ob und wie viel Behandlung für Sie sinnvoll ist.
Die Behandlung von Glabellafalten mit Botulinumtoxin ist schnell, präzise und gut verträglich. Es werden insgesamt fünf Injektionspunkte gesetzt: jeweils zwei in den rechten und linken Korrugator-Muskel sowie einen Punkt in den Procerus-Muskel nahe der Nasenwurzel. Die Injektionen erfolgen direkt in den Muskel, senkrecht zur Haut, mit einer sehr feinen Nadel.
Bevor ich injiziere, drücke ich Daumen oder Zeigefinger fest unter den Augenhöhlenrand — das verhindert, dass das Produkt nach unten wandert. Die Nadel wird nach oben und innen ausgerichtet, um das Risiko einer Lidschwere so gering wie möglich zu halten. Die genaue Anatomie des Gesichts ist hier entscheidend: Ich betrachte und ertaste die Muskeln bei maximalem Stirnrunzeln, bevor ich die Injektionspunkte festlege.
Die Wirksamkeit von Botulinumtoxin bei Glabellafalten wurde in umfangreichen klinischen Studien mit über 2.000 Patienten untersucht. Die Ergebnisse sind eindeutig:
Die Wirkung setzt zwei bis drei Tage nach der Injektion ein und erreicht ihr Maximum rund 30 Tage nach der Behandlung. Sie hält in der Regel bis zu vier Monate an. Bei einzelnen Patienten war die Wirkung auch nach fünf Monaten noch nachweisbar.
Dann klingt das Ergebnis sanft und gleichmäßig ab — die Muskelaktivität kehrt schrittweise zurück, die Falten erscheinen wieder. Eine neue Behandlung kann frühestens nach drei Monaten erfolgen.
Wiederholungsbehandlungen sind sicher und wirksam. In klinischen Studien wurden Patienten über bis zu acht Behandlungszyklen in 24 Monaten beobachtet — die Wirksamkeit blieb stabil, kein Patient entwickelte neutralisierende Antikörper, die die Wirkung dauerhaft verringert hätten.
Entscheidend ist der richtige zeitliche Abstand: mindestens drei Monate zwischen den Injektionen. Häufigere Behandlungen erhöhen das Risiko einer Antikörperbildung, die langfristig die Wirkung abschwächen kann.
In klinischen Studien lag die Nebenwirkungsrate nach der ersten Injektion bei etwa 22 Prozent — der häufigste Effekt waren leichte Kopfschmerzen und kurzfristige Reaktionen an der Einstichstelle wie Rötung oder ein kleines Hämatom. Diese klingen in der Regel innerhalb weniger Tage ab.
Eine seltene, aber bekannte Nebenwirkung ist eine vorübergehende Lidschwere (Ptosis). Sie entsteht, wenn das Produkt unbeabsichtigt den Lidheber-Muskel beeinflusst. Mit der richtigen Injektionstechnik — Injektionen mindestens 1 cm über dem Augenhöhlenrand, kein Eindringen unter den Orbitalrand — lässt sich dieses Risiko deutlich minimieren. Falls es dennoch auftreten sollte, klingt die Lidschwere vollständig ab, sobald die Wirkung des Präparats nachlässt.
Vor der Behandlung bitte ich meine Patientinnen und Patienten, das Gesicht ungeschminkt zu erscheinen und blutverdünnende Mittel — soweit medizinisch vertretbar und nach Rücksprache mit dem Hausarzt — vorübergehend abzusetzen, um das Hämatom-Risiko zu senken. Auf Alkohol am Behandlungstag sollte ebenfalls verzichtet werden.
Nach der Behandlung empfehle ich für 24 Stunden: keinen intensiven Sport, keine Sauna, keine Massage im Behandlungsbereich und den Kopf für die ersten vier Stunden aufrecht halten. Danach ist keine besondere Nachsorge nötig — Sie können am Folgetag Ihrem normalen Alltag nachgehen.
Die meisten Patientinnen erleben die Injektion als minimalen, kurzen Pieks. Wir verwenden sehr feine Nadeln, und der gesamte Eingriff dauert nur wenige Minuten. Eine Betäubung ist nicht erforderlich.
Nein. Der Wirkstoff braucht einige Tage, um die Muskelaktivität zu reduzieren. Erste Veränderungen sind meist nach zwei bis drei Tagen spürbar, das volle Ergebnis zeigt sich nach etwa 30 Tagen.
Nicht bei richtiger Dosierung. Mein Ziel ist immer ein natürliches Ergebnis: weniger störende Falten, ohne die Mimik zu blockieren. Eine zu hohe Dosis wäre kontraproduktiv — das vermeide ich bewusst.
Ja. Die gleichzeitige Behandlung beider Bereiche ist klinisch untersucht und sicher. Art und Häufigkeit der Nebenwirkungen unterschieden sich in Studien nicht von der Einzelbehandlung — und das Ergebnis im oberen Gesichtsdrittel wirkt harmonischer.
Das ist sehr individuell. Einige Patientinnen kommen mit 30 Jahren, weil sich erste Linien zeigen; andere mit 55 Jahren. Entscheidend ist nicht das Alter, sondern der Befund und Ihr persönlicher Wunsch. Zur Vorbeugung tiefer, dauerhafter Falten kann ein früherer Behandlungsbeginn sinnvoll sein.
Die zitierten klinischen Studiendaten stammen aus der offiziellen Fachinformation für Azzalure® (Stand: Dezember 2025).
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