Die PRP-Behandlung gehört zu den Verfahren, zu denen ich in meiner Praxis besonders viele Fragen bekomme — verständlich, denn das Konzept "mit dem eigenen Blut behandeln" wirkt zunächst ungewöhnlich. Hier beantworte ich Ihnen die zehn Fragen, die meine Patientinnen und Patienten am häufigsten stellen.
PRP steht für "Platelet-Rich Plasma" — also plättchenreiches Plasma aus Ihrem eigenen Blut. Wir entnehmen eine kleine Menge Blut, zentrifugieren es und gewinnen daraus ein Konzentrat, das besonders reich an Thrombozyten und Wachstumsfaktoren ist. Dieses Plasma wird anschließend in die Haut oder Kopfhaut injiziert und regt dort die natürlichen Regenerationsprozesse an. Es handelt sich um eine vollständig autologe, also körpereigene Therapie.
Die Wirkung von PRP entfaltet sich langsam und natürlich, weil sie auf echter Geweberegeneration beruht. Erste Veränderungen — meist ein frischerer, vitalerer Hautzustand — bemerken viele Patientinnen nach etwa drei bis vier Wochen. Das volle Ergebnis zeigt sich in der Regel nach Abschluss der Behandlungsserie, also nach drei bis sechs Monaten. Bei der Haarbehandlung dauert es naturgemäß etwas länger, weil das Haarwachstum biologischen Zyklen folgt.
Ich empfehle eine Initialserie von drei bis vier Sitzungen im Abstand von jeweils etwa vier Wochen. Danach reichen in den meisten Fällen Auffrischungen alle sechs bis zwölf Monate. Wie viele Sitzungen für Sie persönlich sinnvoll sind, hängt von Ihrem Hautzustand beziehungsweise der Ausprägung des Haarausfalls ab — das besprechen wir gemeinsam.
Vor den Injektionen trage ich bei Bedarf eine betäubende Creme auf, sodass die Behandlung gut verträglich ist. Die meisten meiner Patientinnen beschreiben sie als leicht piksend, aber nicht wirklich schmerzhaft. Eine echte Ausfallzeit gibt es nicht — leichte Rötungen oder kleine Schwellungen klingen üblicherweise innerhalb von ein bis zwei Tagen ab. Sie sind also schnell wieder gesellschaftsfähig.
Die Kosten hängen vom Behandlungsbereich, vom aufzubereitenden Plasmavolumen und von der Anzahl der geplanten Sitzungen ab. Im persönlichen Beratungsgespräch bespreche ich mit Ihnen transparent das passende Konzept und die zu erwartenden Gesamtkosten. So wissen Sie von Anfang an, woran Sie sind.
Eine starre Altersgrenze gibt es nicht. Für die Hautqualität setze ich PRP gerne ab Mitte zwanzig ein, wenn die ersten subtilen Anzeichen nachlassender Spannkraft sichtbar werden. Bei Haarausfall ist eher der Zeitpunkt entscheidend als das Alter — je früher behandelt wird, desto besser sprechen die Follikel an. Bei aktiven Haarwurzeln sind die Erfolgsaussichten deutlich höher als bei bereits vollständig zurückgebildeten.
Da wir mit Ihrem eigenen Blut arbeiten, sind allergische Reaktionen praktisch ausgeschlossen. Mögliche Begleiterscheinungen sind leichte Rötungen, kleine Hämatome oder Druckempfindlichkeit an den Einstichstellen. Schwerwiegende Nebenwirkungen sind sehr selten, sofern die Behandlung unter sterilen Bedingungen und durch erfahrene Hände erfolgt. Nicht durchgeführt wird PRP bei Blutgerinnungsstörungen, akuten Infektionen, hämatologischen Erkrankungen sowie in Schwangerschaft und Stillzeit.
Ja, sehr gerne sogar. PRP harmoniert hervorragend mit Microneedling — diese Kombination verstärkt die regenerative Wirkung deutlich. Auch mit Hyaluronsäure-Skinboostern, Polynukleotiden oder einer Botulinumtoxin-Behandlung lässt es sich sinnvoll verbinden. So können wir Hautqualität, Volumen und Mimik in einem stimmigen Gesamtkonzept abstimmen.
Bitte trinken Sie am Behandlungstag ausreichend Wasser und kommen Sie nicht nüchtern — das erleichtert die Blutentnahme. 24 Stunden vor dem Termin sollten Sie auf Alkohol verzichten und nach Möglichkeit blutverdünnende Mittel wie Ibuprofen oder ASS pausieren, sofern medizinisch vertretbar. Auch Fischöl- und hochdosierte Vitamin-E-Präparate sollten einige Tage zuvor abgesetzt werden.
In den ersten 24 Stunden bitte ich Sie, auf Make-up, Sport, Sauna und direkte Sonneneinstrahlung zu verzichten. Die behandelte Haut sollte schonend gereinigt und gut mit Feuchtigkeit versorgt werden. Nach einer Kopfhautbehandlung waschen Sie die Haare bitte erst am Folgetag. Insgesamt ist die Nachsorge unkompliziert — Sie können Ihren Alltag nahezu uneingeschränkt fortsetzen.
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Wir freuen uns, von Ihnen zu hören – am besten telefonisch von Dienstag bis Freitag zwischen 8 und 13 Uhr. Behandlungstermine vergeben wir werktags ab 16 Uhr sowie samstags ganz in Ruhe nach Vereinbarung.