Die PRP-Behandlung ist für mich eines der faszinierendsten Verfahren der modernen ästhetischen Medizin — gerade weil sie so konsequent auf die Selbstheilungskräfte des Körpers setzt. Anstatt fremde Substanzen einzubringen, nutzen wir das, was Ihr eigenes Blut bereits in sich trägt: hochkonzentrierte Wachstumsfaktoren, die Gewebe regenerieren und Haarfollikel reaktivieren können. In diesem Guide möchte ich Ihnen einen umfassenden Überblick geben, wie ich PRP in meiner Praxis in Torgau einsetze.
PRP steht für "Platelet-Rich Plasma", auf Deutsch plättchenreiches Plasma. Es handelt sich um eine autologe Therapie, das heißt: Wir arbeiten ausschließlich mit Ihrem eigenen Blut. Eine kleine Blutmenge wird abgenommen und in einer speziellen Zentrifuge so aufbereitet, dass die Thrombozyten — also die Blutplättchen — von den übrigen Bestandteilen getrennt werden. Übrig bleibt ein konzentriertes Plasma, das ein Vielfaches der natürlichen Wachstumsfaktoren enthält.
Was PRP so wirkungsvoll macht, sind die in den Thrombozyten gespeicherten Botenstoffe. Dazu zählen unter anderem VEGF, PDGF, EGF und TGF-β — Wachstumsfaktoren, die Zellteilung, Gefäßneubildung und Kollagensynthese anregen. In der Haut bedeutet das eine verbesserte Mikrozirkulation, eine angeregte Fibroblastenaktivität und eine sichtbar gesündere Hautstruktur. An der Kopfhaut werden ruhende Haarfollikel stimuliert und in die aktive Wachstumsphase, die sogenannte Anagen-Phase, überführt.
Besonders überzeugende Ergebnisse sehe ich bei der androgenetischen Alopezie — also dem hormonell bedingten Haarausfall — sowie bei diffusem Haarausfall, etwa nach Stressphasen, hormonellen Umstellungen oder nach einer Geburt. PRP wirkt der Miniaturisierung der Haarfollikel entgegen, kräftigt das einzelne Haar und kann das Haarwachstum messbar verdichten. Wichtig ist eine frühzeitige Behandlung, denn aktive Follikel lassen sich deutlich besser stimulieren als bereits vollständig zurückgebildete.
Im Gesicht setze ich PRP gezielt für die Verbesserung der Hautqualität ein — nicht für Volumenaufbau. Es eignet sich hervorragend bei müder, fahler Haut, feinen Linien, vergrößerten Poren und ungleichmäßigem Hautbild. Auch nach Akne oder bei zarter Augenringproblematik kann PRP einen sichtbaren Unterschied machen. Sehr gerne kombiniere ich die Behandlung mit Microneedling: Die feinen Kanäle erlauben eine gleichmäßige Verteilung des Plasmas und verstärken die regenerative Wirkung deutlich.
Zu Beginn führen wir ein ausführliches Beratungsgespräch und klären Ihre medizinische Vorgeschichte. Anschließend nehme ich eine kleine Menge Blut aus der Armvene ab — vergleichbar mit einer normalen Laborentnahme. Dieses Blut wird in einer zertifizierten Zentrifuge etwa 8–10 Minuten aufbereitet. Während dieser Zeit reinige ich den Behandlungsbereich und trage bei Bedarf eine betäubende Creme auf. Anschließend wird das gewonnene PRP mit feinen Nadeln in die Kopfhaut oder Gesichtshaut injiziert. Die gesamte Behandlung dauert in der Regel 45 bis 60 Minuten.
Für ein überzeugendes Ergebnis empfehle ich eine Initialserie von drei bis vier Sitzungen im Abstand von jeweils vier Wochen. Danach reicht in den meisten Fällen eine Auffrischung alle sechs bis zwölf Monate, um das Erreichte zu erhalten. Bei aktivem Haarausfall kann ein engmaschigeres Schema sinnvoll sein — das besprechen wir individuell.
Die Kosten richten sich nach dem Behandlungsbereich, dem aufzubereitenden Volumen und der Anzahl der geplanten Sitzungen. Ich bespreche mit Ihnen im persönlichen Beratungsgespräch transparent, welches Konzept zu Ihrem Anliegen passt und mit welchen Kosten Sie rechnen können.
Bitte trinken Sie am Behandlungstag ausreichend Wasser und kommen Sie nicht nüchtern. Verzichten Sie 24 Stunden vor dem Termin auf Alkohol sowie auf blutverdünnende Mittel wie Ibuprofen oder ASS, sofern medizinisch vertretbar. Auch hochdosierte Vitamin-E- oder Fischölpräparate sollten einige Tage zuvor pausiert werden.
Direkt nach der Behandlung können Rötungen, leichte Schwellungen oder kleine Einstichstellen sichtbar sein — diese klingen meist innerhalb von ein bis zwei Tagen ab. In den ersten 24 Stunden bitte ich Sie, auf Make-up, Sauna, Sport und direkte Sonne zu verzichten. Die Kopfhaut sollte am Behandlungstag nicht gewaschen werden.
PRP eignet sich für gesunde Patientinnen und Patienten ab etwa Mitte zwanzig, die ihre Hautqualität verbessern oder beginnenden Haarausfall behandeln möchten. Nicht geeignet ist die Behandlung bei akuten Infektionen, Blutgerinnungsstörungen, hämatologischen Erkrankungen, während Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei aktiven Hauterkrankungen im Behandlungsareal.
PRP lässt sich hervorragend mit anderen Verfahren kombinieren — etwa mit Microneedling, Hyaluronsäure-Skinboostern, Polynukleotiden oder einer Botulinumtoxin-Behandlung. So entsteht ein abgestimmtes Gesamtkonzept, das sowohl Hautqualität als auch Konturen berücksichtigt.
PRP ist für mich eine der ehrlichsten Behandlungen der ästhetischen Medizin: Sie nutzt die körpereigene Regeneration, ohne aufzutragen, was nicht hingehört. Wer ein natürliches, schrittweises Ergebnis sucht — sei es für die Haut oder die Haare — findet in der Eigenbluttherapie eine wissenschaftlich fundierte und gut verträgliche Option.
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