Krähenfüße sind ein Thema, das viele beschäftigt — weil sie einerseits zum Lachen gehören, andererseits das Gesicht älter erscheinen lassen können. In meiner Praxis kommen viele Fragen dazu, von „Muss ich das wirklich behandeln?" bis „Werde ich danach noch normal lächeln können?". Hier beantworte ich die zehn häufigsten.
Krähenfüße sind die feinen, fächerförmigen Fältchen, die sich vom äußeren Augenwinkel nach außen und unten ziehen — so wie die Abdrücke eines Krähenfußes im Sand. Sie entstehen durch den Ringmuskel des Auges (Musculus orbicularis oculi), der bei jedem Lächeln, Blinzeln und Kneifen der Augen aktiv wird. Weil die Haut an der Augenpartie besonders dünn ist, zeigen sich dort die Folgen dieser Muskelbewegungen früher als anderswo im Gesicht.
Ja — und trotzdem ist es Ihre Entscheidung, ob Sie sie stören. Krähenfüße entstehen natürlich durch Mimik und Hautalterung, und ein gewisses Maß an Fältchen beim Lächeln gehört zu einem lebendigen Gesicht. Wenn diese Fältchen jedoch auch in Ruhe tief sichtbar sind und das Gesicht müder oder älter wirken lassen, als man sich fühlt, ist eine Behandlung eine völlig legitime Option — keine Eitelkeit, sondern ein Stück Wohlbefinden.
Botulinumtoxin wird sehr oberflächlich und präzise in den Ringmuskel des Auges injiziert. Pro Seite werden drei Injektionspunkte am äußeren Bereich des Muskels gesetzt — weit genug vom Augenhöhlenrand entfernt, etwa ein bis zwei Zentimeter. Die Injektionen erfolgen in einem flachen Winkel zur Haut, sehr nahe der Oberfläche. Vor der Behandlung beobachte ich die Muskeln beim maximalen Lächeln, um die optimalen Punkte zu finden. Beide Seiten werden symmetrisch behandelt; die gesamte Prozedur dauert nur wenige Minuten.
Die Haut rund um die Augen ist zwar empfindlicher als etwa die Stirn, aber die Injektion ist trotzdem gut verträglich. Die meisten Patientinnen beschreiben ein kurzes Kribbeln oder Piksen. Da die Nadeln sehr fein sind und die Punkte schnell gesetzt werden, ist das Unbehagen minimal. Eine Betäubung ist nicht notwendig, kann aber auf Wunsch als Creme vorab aufgetragen werden.
Ja. Der Ringmuskel des Auges wird durch die Behandlung nicht vollständig blockiert, sondern nur gezielt entspannt. Lächeln, Blinzeln und alle anderen Gesichtsausdrücke bleiben erhalten — die Mimik wirkt nach einer gut dosierten Behandlung natürlicher und entspannter, nicht eingefroren. Das Ziel ist nie die totale Glättung, sondern eine spürbare Verbesserung ohne Verlust der Ausdruckskraft.
Die ersten Veränderungen sind meist nach zwei bis drei Tagen sichtbar, wenn die Muskelaktivität nachlässt. Das volle Ergebnis zeigt sich nach etwa 30 Tagen. In klinischen Studien zeigten 75 Prozent der behandelten Patienten nach vier Wochen eine Verbesserung um mindestens einen Schweregrad — gegenüber nur 19 Prozent in der Placebo-Gruppe.
Bei Krähenfüßen hält die Wirkung in der Regel acht bis zwölf Wochen deutlich an, danach klingt sie gleichmäßig ab. Nach 52 Wochen und bis zu fünf Behandlungen waren in Studien über 84 Prozent der Patienten zufrieden oder sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Wie lange genau, hängt vom individuellen Stoffwechsel und der Muskelaktivität ab. Das Mindestintervall zwischen zwei Behandlungen beträgt drei Monate.
Ja, das ist möglich und häufig sinnvoll. Die Kombination beider Bereiche in einer Sitzung ist klinisch untersucht und gut verträglich — Nebenwirkungsart und -häufigkeit unterschieden sich in Studien nicht von der Einzelbehandlung. Das Ergebnis im oberen Gesichtsdrittel wirkt harmonischer, wenn beide Zonen aufeinander abgestimmt behandelt werden. Es spart zudem einen Termin.
Die häufigsten Nebenwirkungen sind Kopfschmerzen und leichte Reaktionen an der Injektionsstelle wie Rötung, eine kleine Schwellung oder ein Hämatom — alles kurzfristig und selbstlimitierend. Eine seltene Komplikation ist eine leichte, vorübergehende Lidschwere, die entsteht, wenn das Produkt zu nah am Orbitalrand injiziert wird. Mit ausreichend Abstand zum Augenhöhlenrand und korrekter, sehr oberflächlicher Technik lässt sich das Risiko sehr stark minimieren. Die Nebenwirkungsrate in klinischen Studien lag bei 6,2 Prozent nach der ersten Injektion und nahm bei Folgebehandlungen weiter ab.
Ganz ohne Injektion lässt sich das Entstehen von Krähenfüßen verlangsamen, wenn man konsequent auf einige Dinge achtet: täglicher Sonnenschutz (UV ist der größte Treiber der Hautalterung an der Augenpartie), ausreichend Feuchtigkeit durch eine gute Augencreme, Verzicht auf das Reiben der Augen, und — soweit möglich — weniger Kneifen der Augen bei hellem Licht, zum Beispiel durch eine gute Sonnenbrille. Wirkstoffe wie Retinol, Vitamin C und Peptide können die Kollagenbildung unterstützen. Tiefe, dauerhaft sichtbare Falten lassen sich allein durch Pflege jedoch nicht wesentlich reduzieren — dafür ist dann eine Behandlung der zielführendere Weg.
Krähenfüße sind keine Krankheit — aber wenn sie Sie stören, gibt es eine wirksame, gut verträgliche Möglichkeit, etwas dagegen zu tun. Entscheidend ist eine ehrliche Beratung, realistische Erwartungen und die richtige Technik. In meiner Praxis nehme ich mir die Zeit dafür — damit das Ergebnis zu Ihnen passt, nicht umgekehrt.
Die zitierten klinischen Studiendaten stammen aus der offiziellen Fachinformation für Azzalure® (Stand: Dezember 2025).
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